Nikolaj Rimskij-Korsakow: "Orchestersuiten"
Mit dem Russischen Nationalorchester
In neuen Aufnahmen mit dem Russischen Nationalorchester unter Leitung von Mikhail Pletnev erschienen auf CD Orchestersuiten von Nikolaj Rimskij Korsakow, die auf 3 Opern des Komponisten basieren: auf Schneeflöckchen, auf der Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesh und der Jungfrau Fevronia sowie auf der Ballettoper Mlada. Rimskij Korsakow, einer der maßgeblichen Mitglieder des "Mächtigen Häufleins", wählte nur auf Druck der Familie den Beruf des Seeoffiziers. Noch als Kadett wurde er mit Balakirew bekannt, der sein musikalisches Talent erkannte und förderte, allerdings meinte er, das könne man ohne jegliche akademische Satzlehre, ohne Erkenntnisse sogenannter westlicher Musik.
1871 begann sich Rimskij Korsakow von Balakirew und dessen Ansichten zu lösen, als er in St. Petersburg Prof. für Komposition wurde. Dafür erarbeitete er sich selbständig ein hohes kompositionstechnisches Niveau für seinen neuen Beruf. Ohne dies wären ihm die Entstehung seiner 15 Opern, der Orchesterwerke und anderem, sowie die Neubearbeitungen der Kompositionen seiner Kollegen vom Mächtigen Häuflein nicht gelungen.
Manche der Opern sind etwas in Vergessenheit geraten, der Komponist hat es aber verstanden, die schönsten Auszüge daraus in den Suiten sehr lebendig widerzuspiegeln.
Das Russische Nationalorchester unter Mikhail Pletnev spielte diese Orchestersuiten mit Temperament und einfühlsamem Verständnis der russischen Sujets ein, jedoch fehlt es da und dort an der nötigen Sorgfalt in den einzelnen Instrumentalgruppen. So, als ob es nicht genügend Zeit zum Proben, bzw. zum Aufnehmen gegeben hat.
Angelika Lucchesi, kulturradio
Stand vom 12.03.2010